Was uns wirklich formt
Das Kind, das die Welt vergisst
Was echt ist. Die drei Wurzeln neben ihren drei Attrappen – und der Boden, der sich in jedem Alter neu legen lässt.
Nicht die Anstrengung formt einen Menschen, sondern der Boden, auf dem er steht. Und dieser Boden lässt sich neu legen — in jedem Alter.
Sehen Sie einem kleinen Kind zu. Auf der Straße, im Wartezimmer, vielleicht Ihrem eigenen. Es hat etwas gefunden – einen Käfer auf dem Gehweg, eine Pfütze, einen leeren Karton – und ist vollständig darin verschwunden. Kein Blick zur Uhr. Kein Gedanke an das, was gleich kommt. Keine Frage, ob sich das lohnt. Nur diese eine Sache, und die ganze Welt darin. Niemand hat es dazu angetrieben. Es tut es, weil in ihm etwas nach vorne drängt, das keinen Grund braucht außer sich selbst.
Und während Sie zusehen, geschieht etwas in Ihnen, das Sie zunächst gar nicht benennen. Eine Wärme, ja. Unter der Wärme aber ein feiner Stich. Sie erinnern sich nicht, wann Sie das letzte Mal so in etwas verschwunden sind. Wann Sie zuletzt etwas getan haben, weil es Sie zog und nicht, weil es auf einer Liste stand. Wann die Frage Worauf hätte ich Lust? nicht leer zurückgehallt ist, als hätte jemand die Leitung gekappt.
Ein paar Sekunden, mehr war das nicht. Aber in diesen Sekunden hat Ihnen etwas die Hand gereicht, das Sie längst verloren glaubten.
Der Auszug ist der Anfang des Kapitels im aktuellen Arbeitsstand.
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